Die Anforderungen an professionelle Raum- und Flächendesinfektion sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Dienstleister benötigen Verfahren, die zuverlässig wirken, wirtschaftlich einsetzbar sind und gleichzeitig materialschonend arbeiten.
Die Kaltnebeltechnologie stellt in diesem Kontext eine hocheffiziente Lösung dar. Durch die gezielte Zerstäubung von flüssigen Wirkstoffen wie Desinfektionsmitteln, Geruchsneutralisatoren oder Insektiziden entsteht eine flächendeckende Benetzung, die auch schwer zugängliche Bereiche sicher erreicht.
Dieser Beitrag erläutert die technische Funktionsweise, typische Einsatzbereiche sowie die wirtschaftlichen und praktischen Vorteile der Kaltnebeltechnologie.
Die Kaltnebeltechnologie basiert auf einer mechanischen Zerstäubung mittels Druckluft. Im Gegensatz zum Heißnebelverfahren wird der Wirkstoff keiner thermischen Belastung ausgesetzt. Dadurch bleibt die chemische Stabilität der Inhaltsstoffe erhalten.
Die Effektivität der Anwendung hängt maßgeblich von der erzeugten Tröpfchengröße ab. Moderne Kaltnebelgeräte erzeugen Aerosole mit einem Durchmesser von weniger als 30 Mikrometern. In der Fachliteratur wird dieser Bereich häufig als ULV bezeichnet, was für Ultra Low Volume steht. Dieses Verfahren ermöglicht eine maximale Schwebefähigkeit bei minimalem Mitteleinsatz.
Je höher der Betriebsdruck, desto feiner fällt die Vernebelung aus. Für einen stabilen Betrieb ist ein ölfreier Kompressor mit einer Liefermenge von etwa 180 bis 220 Litern pro Minute bei einem Arbeitsdruck von 3 bis 6 bar erforderlich
Die Reichweite ist bemerkenswert effizient. Mit einem Liter Wirkstofflösung lässt sich ein Raumvolumen von etwa 60 Kubikmetern behandeln, was rund 25 Quadratmetern Grundfläche entspricht. Alternativ kann damit das Interieur von fünf bis sieben Personenkraftwagen desinfiziert werden.

Ein zentraler Vorteil der Kaltnebeltechnologie ist die vollständige Benetzung. Durch die mikroskopisch feinen Tröpfchen erreichen die Aerosole auch kleinste Ritzen, Lüftungskanäle und komplexe Geometrien.
Anders als bei manueller Wischdesinfektion werden nicht nur sichtbare Oberflächen erfasst. Auch schwer zugängliche Bereiche werden zuverlässig behandelt.
Die sogenannte trockene Vernebelung sorgt dabei dafür, dass keine Durchnässung von Oberflächen oder Elektronik stattfindet. Bei vorschriftsmäßiger Anwendung ist das Verfahren materialschonend und sicher für empfindliche Komponenten.
Die Einsatzmöglichkeiten sind branchenübergreifend vielfältig und wirtschaftlich interessant.
In Taxis, Mietwagen, Rettungsfahrzeugen oder im öffentlichen Personennahverkehr ermöglicht die Technologie eine effiziente Desinfektion und Geruchsbeseitigung. Besonders relevant ist dabei die Behandlung von Klimasystemen und Lüftungskanälen.
In Produktionsstätten dient das Verfahren der Keimreduktion. In Stallungen oder Gewächshäusern kann es zudem zur Insektenkontrolle eingesetzt werden.
Hier wird die Technologie zur Staubbindung sowie im Rahmen von Schimmelpilzsanierungen genutzt.
Büroräume, Spas, Schulen oder andere Einrichtungen profitieren von einer schnellen und flächendeckenden Dekontamination ohne lange Ausfallzeiten.
Durch die hohe Reichweite pro Liter Wirkstoff ist das Verfahren besonders wirtschaftlich skalierbar.

Für die professionelle Fahrzeugaufbereitung hat sich ein strukturierter Prozess etabliert, der reproduzierbare Ergebnisse gewährleistet.
Zunächst erfolgt eine gründliche mechanische Vorreinigung, da Desinfektion keine Reinigung ersetzt. Anschließend wird das Fahrzeug an einem kühlen, gut belüfteten Ort positioniert. Der Innenraumfilter wird entfernt und das Gehäuse bei Bedarf separat gereinigt.
Die Wirkstoffmenge wird abhängig von Fahrzeuggröße und Belastungsgrad gewählt. Das Gerät wird mit einem ölfreien Kompressor verbunden.
In der Primärbehandlung wird das Desinfektionsmittel bei laufendem Gebläse über die Ansaugöffnung eingebracht, bis der Innenraum sichtbar vernebelt ist. Danach wird das Gerät im Innenraum platziert. Das Gebläse läuft im Umluftbetrieb bei etwa 20 Grad Celsius, alle Düsen sind geöffnet und die Türen werden geschlossen, bis eine vollständige Sättigung erreicht ist.
Nach dem Abschalten des Geräts zirkuliert der Wirkstoff für zwei bis fünf Minuten im Innenraum. Anschließend erfolgt eine Querlüftung durch Öffnen aller Türen und des Kofferraums. Zum Abschluss wird ein neuer Innenraumfilter eingesetzt. Nach rund 15 Minuten ist das Fahrzeug wieder einsatzbereit.
Dieser strukturierte Ablauf ermöglicht eine hohe Service-Taktrate bei gleichbleibender Qualität.
Die Kaltnebeltechnologie bietet eine erhöhte Anwendersicherheit, da der Prozess automatisiert abläuft und der direkte Kontakt mit dem Wirkstoff minimiert wird. Dennoch sind verbindliche Schutzmaßnahmen einzuhalten.
Der Raum muss unmittelbar nach Start der Vernebelung verlassen werden, um das Einatmen von Aerosolen zu vermeiden. Beim Betreten vernebelter Bereiche ist persönliche Schutzausrüstung vorgeschrieben. Dazu zählen Atemschutzmasken der Klasse FFP2 oder FFP3 sowie geeigneter Augenschutz.
Aus Gründen des Brand- und Explosionsschutzes sollten bevorzugt wässrige und nicht brennbare Lösungen verwendet werden. Dies minimiert Risiken im Bereich elektrischer Anlagen oder Klimasysteme.
Bei vorschriftsmäßiger Anwendung ist das Verfahren sicher für Elektronik und empfindliche Oberflächen.
Neben der hygienischen Wirksamkeit bietet die Kaltnebeltechnologie deutliche betriebswirtschaftliche Vorteile
Die Zeiteffizienz ermöglicht kurze Durchlaufzeiten und hohe Taktraten im Servicebereich. Der Chemikalienverbrauch wird durch die feine Verteilung und spezifische Dosierung minimiert.
Bei korrekter Anwendung bleiben keine sichtbaren Rückstände auf Polstern oder Armaturen zurück. Dadurch reduziert sich der Nachbearbeitungsaufwand.
Für Unternehmen im Mittelstand bedeutet dies planbare Prozesse, reproduzierbare Ergebnisse und kalkulierbare Kosten pro Behandlungseinheit.
Die effiziente Raum- und Flächendesinfektion mittels Kaltnebeltechnologie verbindet technische Präzision mit wirtschaftlicher Effizienz. Durch ULV-Vernebelung mit Tröpfchengrößen unter 30 Mikrometern wird eine vollständige Benetzung auch komplexer Strukturen erreicht. Gleichzeitig bleibt der Chemikalieneinsatz gering und die Materialverträglichkeit hoch.
Unternehmen profitieren von kurzen Behandlungszeiten, hoher Prozesssicherheit und vielseitigen Einsatzmöglichkeiten in unterschiedlichsten Branchen.
| Kriterium | Beschreibung | Vorteil |
| Verfahren | Mechanische Zerstäubung mit Druckluft | Keine thermische Belastung |
| Tröpfchengröße | Unter 30 µm, ULV-Bereich | Hohe Schwebefähigkeit |
| Reichweite | 1 Liter für ca. 60 m³ | Effizienter Mitteleinsatz |
| Benetzung | Erreicht Ritzen und Lüftungskanäle | Vollständige Flächenerfassung |
| Oberflächen | Keine Durchnässung | Materialschonend |
| Sicherheit | Automatisierter Prozess | Reduzierter Anwenderkontakt |
| Wirtschaftlichkeit | Schnelle Durchlaufzeiten | Hohe Service-Taktrate |